Ab Mittwoch können Fluggäste des irischen Unternehmens wieder mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Grund sind weiter andauernde Gewerkschaftsstreiks. Ein 24 stündiger Streik der Piloten und Flugbegleiter ist geplant. Der Billigflieger droht mit Konsequenzen für sein Personal.

Genau vor einem Jahr noch hatte Ryanairs CEO Michael O´Leary noch mit der Erweiterung der Flugstrecken in Deutschland für 2018 geprahlt. Es gäbe Grund zu feiern: “ Bei den derzeitige Rekordbuchungen werden die Preise weiter sinken, sodass es nie einen günstigeren Zeitpunkt für eine Flugbuchung mit Ryanair gegeben hat“. Nach vorangegangenen Streiks des Flugpersonals und der Fluglotsen Ende Juni und des Pilotenstreiks in Irland Ende Juli stehen nun weitere an. Der überhitze Konflikt zwischen Angestellten und der Fluggesellschaft Ryanair scheint zu eskalieren. Nach dem die Gewerkschaften Verdi und Cockpit (VC) weitere Streiks angekündigt haben kontert der Billigflieger mit Folgen. Laut Marketing Chef Kenny Jacobs werden solche Arbeitskampfmaßnahmen dazu führen, dass Standorte und Stellen für Piloten und Flugbegleiter zukünftig abgebaut werden. Vorsorglich wurden 150 Flüge gestrichen. Die Kunden wurden informiert, kostenfrei die nächsten Tage umbuchen zu können. Ryanair appellierte an seine Mitarbeiter die Arbeit nicht niederzulegen, es wurden bereits örtlich verbesserte Verträge und Gehälter angeboten.

Schätzung zufolge von Verdi könnten am Mittwoch 300 bis 350 Flüge betroffen sein. Ryanair hat an den zwölf Basen in Deutschland rund 1000 Flugbegleiter wo von 700 Leiharbeiter sind, die alle gut organisiert sind, ließ das Vorstandsmitglied Christine Behle am Dienstag verlauten. „Das ist ein erster Warn-streik. Wie es weitergeht, hängt vom Verhandlungsverlauf ab“. Nach Ihrer Meinung waren die Verhandlungsrunden völlig unzureichend.

Derzeitig erhalten Flugbegleiter der Airline in Vollzeit zwischen 800 und 1200 EUR brutto im Monat. Mit Vergütungen und Zuschlägen kämen Sie auf 1800 EUR und die Crew-Leiter auf 2700 EUR was 1000 EUR, unter dem Verdienst der Angestellten bei Easyjet liegt. Schuld daran seien die irischen Arbeitsverträge, die zudem weiter Nachteile mit sich bringen wie keine Entgeltfortzahlung bei Krankheit und eine kurzfristige Versetzung an einen beliebigen Ryanair-Standort in Europa erlaubten.